Lifters Challenge 2.0 – Maschinen schmieden in der KRABA-Erfurt

Kennst du das, wenn du am Samstagmorgen super motiviert aufwachst und das Verlangen hast, heute mal 150 kg schwere Reifen zu flippen und unbewegliche Eisenschlitten durch die Gegend zu ziehen? Mir ging das letzten Samstag so!

So stand eine körperliche Betätigung an, die sonst nicht in meinem täglichen Trainings-Programm zu finden ist. Normalerweise ziehe ich mich an allem hoch, was der Form einer Klimmzugstange ähnelt, turne am Barren oder suhle mich auf dem Boden, um Push ups zu machen.

Aber heute war ein anderer Tag. Ein besonderer Tag. Nachdem ich im August schon einmal Teil dieser eher ungewöhnlichen Veranstaltung war, wollte ich mir die 2. Lifters Challenge der KRABA- Erfurt natürlich nicht entgehen lassen. Schirmherr der Veranstaltung war niemand anderes als Kettlebellprofi Sebastian Müller.

kraba erfurt

Zu Maschinen gewordene Menschen

Was mich tatsächlich erwartete sah ich recht früh, als ich die ersten Maschinen in menschlicher Gestalt stehen und riesige Traktorreifen anrollen sah. Mein erster Gedanke: DSF und Monster die Reifen bewegen, als wären es mit Luft gefüllte Gymnastikbälle. Krass!

Die Begegnung der anderen Art: Das Warm-up

Bevor es richtig losging, musste sich erwärmt werden. Das taten wir auch, allerdings anders als ich es bisher kannte. Wir erwärmten uns mit Übungen aus dem Primal Move.

Primal Move basiert auf den ursprünglichsten Bewegungsmustern, die im Kindesalter mit links gemeistert wurden und uns mit zunehmendem Alter immer schwerer fallen, da wir diese Art der Bewegung im Alltag kaum noch gebrauchen. Krabbeln, Brücken und Co. Klingt easy, ist aber durchaus schweißtreibend. Probiere es selbst und spüre am eigenen Körper wieviel unseres ursprünglichen Bewegungsmusters du eingebüßt hast.

kraba erfurt kettlebell

Reifen, Kettlebells, Schlitten und Sandsäcke wollen geschoben, gezogen und getragen werden!

kettlebell bulgarian bags

Dann ging es endlich los. Sebastian gab uns kurz eine technische Einweisung und demonstrierte uns die 5 Stationen, die in 5 Runden zu durchlaufen waren und denen eine Übung mit einer bestimmten Wiederholungszahl oder Strecke zugewiesen wurde.

In Dreiergruppen musste folgender Teufelskreis bewältigt werden:

1. 150kg Reifen flippen (jedes Gruppenmitglied 3 Wiederholungen)
2. Schlitten ziehen (ca. 25m, Gewicht frei wählbar)
3. Kettlebell tragen „Farmers Walk“ (ca. 25m, mit Kettlebells von 28, 32, 36, 40, 44 und 48kg Gewicht)
4. Sandsäcke tragen (16kg und 32kg)
5. Prone to Plank Push ups oder Sphinx Push ups (15 Wiederholungen pro Teammitglied)

Vom Ablaufplan war alles soweit klar. 5 Stationen und 5 Runden. Kein Problem! Worauf warten wir also noch? Packen wir`s und holen raus, was in uns steckt. Mit zwei starken Männern an meiner Seite ging der Spaß endlich los.

Ich vs. Traktorreifen

Die 1. Station war die, vor der ich mich am meisten fürchtete, aber ich schon immer mal ausprobieren wollte. Nun war der Tag endlich gekommen, ich durfte einen Reifen flippen, der das Dreifache von mir wog.

Wichtig ist hier nicht, wie du vielleicht vermutest, den Reifen mit aller Kraft umzuwuchten, sondern vielmehr die Technik. Also Mädels scheut euch nicht und habt Mut auch mal selbst Hand an den Reifen zu legen. Glaubt mir, die erwartungsvollen Blicke des männlichen Geschlechts, sobald ihr am Reifen seid, sind auf eurer Seite. Beißt auf die Zähne und zeigt was ihr drauf habt!

reifen training

Ein super Gefühl, als kleine 1.63m Frau einen so monströsen Reifen mal eben von einer auf die andere Seite zu bugsieren, als würde man Pfannkuchen wenden.

Schlittenfahren im Sommer

Nun folgte meine Hassübung Nummer 1: das Schlitten ziehen und das bei heißen Temperaturen.

Ich gehöre nicht zu den typischen Frauen, die es lieben zu Squatten. Ich verdamme den allwöchentlichen Freitag, an dem Beine auf dem Programm stehen. Aber was gemacht werden muss, muss gemacht werden. Also ran an den Schlitten!

Beladen mit 80kg, wuchtete ich das Gerät über den Asphalt, mehr war nicht drin. Jedenfalls an diesem Tag nicht. Wäre vor dem Samstag kein Leg Day gewesen, hätte ich eventuell mehr schaffen können.

functional training

Bauernlauf und Sackgang

Der Farmers Walk und das Sandsack tragen sind Übungen, die ein wenig der Erholung dienten, denn zwischen den Runden gab es keine Pausen.

Ich habe mich beim Farmers Walk an die 36er Kettlebell heran gewagt. Ab und zu Einkaufstüten tragen war mir bis dahin nichts neues, aber welche, die einem aus den Fingern zu gleiten drohen schon. Griffkraft, Ahoi! Diese Übung geht ordentlich in die Schultern und in den Nacken. Auch noch Tage danach begleitete mich noch mein ewig währender Freund der Muskelkater. 😉

Die letzte Station waren die Prone to Plank oder Sphinx Push ups, von denen jeweils 15 pro Teammitglied gemacht werden sollten. Übermütig wie ich bin, habe ich die Sphinx Push ups gemacht. Im Team mit zwei starken Männern, wollte ich mich beweisen und es ihnen gleich tun. Also nicht drüber nachdenken und einfach machen. Und schwuppdiwupp, es lief wie am Schnürchen. Während der nächsten vier Runden würde mich diese Übung nicht in die Knie zwingen.

planke oberarmstütz calisthenics

Fazit

Nach (wie immer 😉 ) viel zu kurzer Zeit war die Lifters Challenge 2.0 schon vorbei. Abschließend kann ich sagen, dass es ein super gelungener Tag war und ich sicher nicht das Letzte mal daran teilgenommen habe. Es ist eine willkommene Abwechslung zum alltäglichen Training und bietet aufgrund der Leute jede Menge Spaß und Bewegung zugleich.

Eine Empfehlung für dich, wenn du Spaß daran hast, Gewichte zu drücken, zu schieben oder zu tragen und gerne mit deinem eigenen Körpergewicht arbeitest.

Besonders, wenn du im (Groß-)Raum Thüringen angesiedelt bist, möchte ich dir das Training von und mit Sebastian Müller in der KRABA-Erfurt ans Herz legen. Er bietet Seminare und Training im Bereich Kettlebell, Primal Move und Calisthenics an. Sicher ist auch was für dich dabei! Also schau mal vorbei und lass dich von ihm in seinen Bann ziehen und mach mit ;).

In diesem Sinne: Locker bleiben Bizeps zeigen!

eure Monique

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1 Comments

  1. Oh Mann…,

    diesen Artikel könnte ich immer wieder lesen!
    Wird mal wieder Zeit für eine Lifters Challenge in der Kraba Erfurt. 🙂

    Grüße,
    Sebastian

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