Calisthenics – unsere schöne Kraft – Frankfurter Gedanken

Angefangen in Frankfurt hat die Bewegung vor etwa drei bis vier Jahren, selber dabei bin ich
seit zwei.

11080394_10206049455937325_6114197858084305848_oKurz zu mir…

Aller Anfang ist schwer ­ ich habe zunächst nur zugeschaut. Zugeschaut, mir etwas
abgeguckt und nachgemacht. Als etwas System in mein Training kam habe ich begonnen
beim Gruppentraining mitzumachen, motiviert zu trainieren und daraus entstand der heutige
Stellenwert dieses Sportes in meinem Leben.

Ich leite heute die Gruppe Calisthenics Frankfurt, habe zwei wunderbar motivierte,
engagierte und starke Trainer (@Robin und Ben) und bin somit Teil einer Gruppe, die stetig
wächst und viele mitzieht: danke dafür jedem Einzelnen, der mir die ersten Klimmzüge,
Muscle­Ups und den Backlever erklärt hat (@Daniel und Luca), danke an die Jungs, die mir
die Chance gegeben haben mal ein Training zu leiten (@Philip und Abi) und danke denen,
die mich letztes Jahr wettkampfreif gemacht haben (@Korash, Dion und viele andere Jungs).

Nun zum Sport:

Ich habe Calisthenics als Sport kennengelernt, bei dem es um das gesunde Miteinander geht.
Ein Sport, bei dem es nicht wichtig ist, wer man ist oder woher man kommt ­ leider spielt das
bei vielen eine tragende Rolle ­ sondern wo sich alles darum dreht, ob man motiviert ist, ob
man bereit ist sein Können zu teilen und ob man bereit ist zu schwitzen und andere schwitzen
zu lassen.

Eine Gruppe von ca. 30 Leuten, die regelmäßig trainierten, nahm mich auf, leitete mich und
gab mir die Grundlage dessen, was ich heute im Sport habe. Nach vielen Anläufen in anderen
Sportarten war das die Lösung ohne Geld und ohne eine Hantelbank wieder fit zu werden.

Calisthenics in Frankfurt war schon groß als ich kam. Und es wurde größer und größer, bis
ich eines Tages über 100 Leute zur gleichen Zeit im Training hatte. Besser hätte es zu dem
Zeitpunkt nicht laufen können. In Frankfurt herrschte durch diese Bewegung eine Energie
und eine Kraft, die unbesiegbar und unzerstörbar zu sein schien.

Nun ist es allerdings so, dass schöne Dinge nicht ewig halten.

Es begann mit Streits, von denen ich nicht wirklich etwas mitbekam, aber welche die Lage
anspannten. Einige Leute kamen nicht mehr zum Training, andere wiederum begrüßten sich
nicht mehr. Der Shitstorm begann und nahm seinen Lauf, jeden einzelnen auch nur minimal
involvierten mitreißend. Auch hier hielt ich mich raus und versuchte weiterhin nur den Sport
zu sehen. Schwer, aber machbar.

8282_455758341296660_4626326127739768931_nDann, etwa ein Jahr nach meinem ‘Dazustoßen’ zu Calisthenics Frankfurt, war die Gruppe
ein Wrack. Ja, ich schäme mich nicht es zu sagen. Wir hatten, weder viele Leute, noch eine
starke Calisthenics­Gemeinschaft. Und ich stand da, wie ein Idiot, ohne tatsächlich begriffen
zu haben, was genau passiert ist. Als hätte man mir das wunderschöne Geschenk, welches ich
zu greifen versuchte, aus der Hand gerissen und wäre damit weggerannt, ehe ich reagieren
konnte. Alle ehemaligen Trainer außer mir sind nach und nach gegangen und mir wurde die
Verantwortung für die Gruppe in die Hand gedrückt.

Wessen Schuld es war, dass so viele sich zerstritten haben? Ich denke es spielt keine Rolle
und jeder hat seine eigene Sicht auf das Geschehene. Es hat sich alles gehäuft und Menschen
haben das getan, wozu sie in stressigen Situationen, in denen sie der eigenen Meinung nach
ungerecht behandelt werden, neigen ­ sie gingen.

Einerseits war ich aufgeschmissen. Ja, ich hatte dann und wann mal ein Training für die
Gruppe gegeben, ja ich habe mich an die Position gewöhnt, aber ich habe noch nie eine solch
große Gruppe geleitet und nun musste ich alles selber regeln.

Andererseits hingegen war es die Chance alles neu zu beginnen, die Gruppe so zu formen,
wie sie mir gefällt und wie sie den meisten einen Nutzen bringt. Mit viel investierter Zeit, mit
viel Liebe zum Detail und mit noch mehr eigenem Training versuchte ich wieder den Sport in
den Vordergrund zu rücken und nicht die Tatsache, wer der krasseste ist und wer seine Eier
am offensichtlichsten raushängen lässt.

Sofort griffen mir zwei Jungs unter die Arme und
geben regelmäßig bis heute das Training. ­ nochmal Probs an euch, Robin und Ben.
Die Gruppe wächst wieder. Ich sehe riesige Fortschritte und ein neues, ehrliches Gefühl des
Zusammenhalts von Calisthenics Frankfurt und allen mit uns trainierenden.

Nun fragt sich der ein oder andere bestimmt “wieso schreibt er darüber, was nicht so gut
gelaufen ist, wieso schreibt er nicht über Skills, Reps, Sets und Freestyle in Frankfurt?” ­
ganz einfach: es gibt nur eine Wahrheit und zu dieser Wahrheit gehören auch die
unangenehmen Momente und Tage.

Außerdem hoffe ich nicht das letzte Mal hier zu schreiben, weswegen ich mir die anderen
Themen für später aufhebe.

Ich bin stolz auf die Gruppe das überstanden zu haben, was kein Ende zu nehmen schien. Ich
bin stolz auf unsere Trainer, die trotz Uni, Arbeit, privatem Leben und trotz Frankfurter
Wetter das Training geben. Und ich bin stolz auf jeden einzelnen, der seinen Zielen auch nur
einen Schritt näher gekommen ist.

Und das ganze sage ich aus folgendem Grund: Denkt dran, wieso ihr mit dem Sport begonnen habt. Erinnert euch daran, welches Gefühl ihr im Magen hattet, als ihr euren ersten Klimmzug, den ersten Pistol­Squat, euren ersten Muscle­Up und euren ersten Backlever geschafft habt. Erinnert euch daran, wie stolz ihr auf euch selbst wart
als andere eure Fortschritte bemerkt haben und erinnert euch daran, was hier wirklich zählt.

Für mich spielt es keine Rolle, ob ihr Crossfit, Freeletics, Calisthenics oder “Pumpen” macht.
Mir ist es nicht wichtig, ob ihr weiss, schwarz, oder ein Panda seid. Es ist absolut irrelevant,
ob ihr Veganer, Vegetarier, Paleo’s oder Mettfanatiker (@Nik und Paul) seid ­ die
Hauptsache ist, dass ihr lebt und leben lasst.

13432146_481716922034135_6908355707328913654_nSollte jemand einen Einblick in euren Sport haben wollen, nur zu, nehmt diesen “Jemand” an
der Hand. Möchte er einen Einblick in den Sport des anderen haben, verweist ihn auf den
anderen. Fördert euch gegenseitig, seid ehrlich und schürt keinen Hass. Sport, vor allem
unser Sport sollte Menschen verbinden, nicht aber spalten.

Mein Fazit also: Was passiert ist ­ ist passiert. Niemand wird es ändern. Aber was die
Zukunft bringt liegt in meiner Hand und ich werde alles nötige tun, um den Sport groß zu
machen und so viele Menschen, wie möglich, für den Sport zu begeistern.

Ich denke ich habe euch meine Position klargemacht und hoffe, dass ihr es lest. Gruß an
CaliFfm, an meine Barliner, an die YKings und an alle “Haters und Neiders”

peace
Romonkey

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