Ein Gastbeitrag von Deniz Yildiz (Calisthenics Wetzlar)

Barfuß laufen wird immer beliebter und viele Profisportler und Privatpersonen entscheiden sich für mehr Kontakt zum Boden.

Ist barfuß laufen sinnvoll?

Das Barfußlaufen bringt viele Vorteile mit sich, Koordination, Durchblutung, Stärkung von Knochen, Muskeln, Sehnen zudem wächst eure Kälteresistenz. Durch das Barfußlaufen werden eure Füße ständig trainiert und Stärker, was sich im Alltag und im Sport bemerkbar macht. Außerdem läuft man barfuß schneller als in Laufschuhen.

Sollte man mit Fußfehlstellung barfuß laufen?

Die Antwort auf diese Frage ist ein großes JA. Durch den Kontakt zum Boden und richtigen Laufstil gebt ihr euren Füßen das Signal, sich in eine gesunde Position zu bringen, sodass ihr Knick- bzw. Senkfuß und Plattfüßen entgegen wirkt.

Worauf muss geachtet werden?

IMAG0122Richtig gewählter Untergrund z.B. Waldboden, Sand, Rasen sind gut, um in das Barfußlaufen einzusteigen. Zudem ist es wichtig, auf deinen Laufstil zu achten, denn barfuß wird grundsätzlich Vorfuß gelaufen, da der Fuß nicht für den Fersenlauf gemacht ist, falls ihr dennoch mit der Ferse voraus laufen solltet, werdet ihr schnell Bekanntschaft mit Schmerzen in Knie, Hüfte und Rücken machen.

Ihr solltet euch wetterabhängig entscheiden und zudem an Tagen, an denen ihr euch geschwächt fühlt, auf euer Schuhwerk zurückgreifen. Kälte,Nässe und auch Hitze können euch bestrafen. Seid euch dem jedes mal bewusst. Sowie bei Verletzungen, erst abheilen lassen und dann wieder barfuß laufen, um sicher zu gehen. Denn Gesundheit geht vor.

Ist Barfuss laufen im Alltag realistisch?

Natürlich ist barfuß laufen nicht immer möglich, da man durch Glas,Steine und andere Außeneinwirkung eine höhere Gefahr läuft, sich zu verletzten, daher sollte der Moment für das Barfußlaufen gut gewählt sein. Um nicht ganz auf das Barfußgefühl zu verzichten, wenn man z.B. an die Arbeit geht, in der Stadt unterwegs ist, oder am Reisen ist, empfiehlt es sich, sich Barfußschuhe zuzulegen.

Hierbei muss auch unterschieden werden, es gibt mehrere Varianten mit leichter Dämpfung wie z.B. von Nike Free oder Vivobarefoot, die zum Einstieg perfekt sind. Dann nach einiger Übungszeit kann man auf Zehenschuhe zurückgreifen, diese geben nur einen leichten Schutz vor Untergrund und Witterung und sind daher Perfekt für den Alltag.Dennoch kann kein Schuh das Wohlgefühl von nacktem Fuß auf Boden ersetzen.

Was ist meine Erfahrung?

Ich laufe jetzt schon seit einem ¾ Jahr barfuß. Mein Interesse mit dem Barfußlaufen anzufangen wurde durch Patrick Meinart geweckt und zwar hatte ich mir 3 Monate bevor ich ihn kennenlernte, mir meinen Fuß gebrochen. Nachdem das wieder verheilt war, konnte ich meinen Fuß zwar wieder belasten, hatte aber durch den operativen Eingriff viel meiner Beweglichkeit eingebüßt.

Dann im Herbst traf ich bei The Camp auf Patrick Meinart, den ich dort fragte, was das Beste für meinen Fuß wäre, seine Antwort darauf „Barfuß laufen“, dies war der Moment indem ich mich dazu entschieden hatte meinen Füßen ungeschützt dem Boden auszusetzen.

Ich hatte zu Anfang die Schuhe im Training weggelassen und mich so langsam daran gewöhnt. Da ich mich aber erst im Spät Herbst dazu entschied, war es eine große Überwindung bei Nässe und Kälte weiter zu machen, ich habe es dennoch durchgezogen und dadurch schnell Erfolge vorzeigen können.

In Kombination mit Selbstmassage und Barfußlaufen kehrte die Beweglichkeit in meinem Fuß zurück. Als dann der Winter kam wurde ich auf die Probe gestellt, da ich aber voller Energie und Willenskraft war ging ich barfuß ins Training und einkaufen, das hatte auch geklappt aber nicht immer, sodass ich mich auch mal dadurch erkältet hatte.

So musste ich lernen, dass mein Körper nicht immer meiner Meinung war und mir so einen Schnitt durch die “Barfußrechnung“ machte. Daraufhin ging ich im Winter nur noch barfuß aus dem Haus, wenn ich mich stark und energiegeladen fühlte und dies funktionierte gut.

Im Spätwinter begab ich mich für einen Winterurlaub in die schneebedeckten Berge und teste dort meine Grenzen aus und begab mich barfuß in den Schnee und hielt es dort für ein Paar Minuten aus und konnte so einen persönlichen Erfolg verzeichnen.

Dann kam der Frühling. Da ich mir das Barfußlaufen in den kalten Jahreszeiten angewöhnt hatte, war es von da an kein Problem für mich auch barfuß durch die Stadt zu laufen, mein Fuß hatte sich an harten Untergrund gewöhnt und mein Laufstil wechselte von Fersen- zu Vorfußlauf. Seitdem fühle ich mich immer leichter und stärker auf meinen Beinen.
Falls ihr nun schon länger am Überlegen seid, ob barfuß oder Schuh dann überlegt nicht weiter und probiert es einfach mal aus. Die ersten Erfolge kommen schnell und das Wohlgefühl wird schnell nachziehen. Also lasst eure Schuhe ruhig mal zu Hause und tut eurem Körper was Gutes.

Beste Grüße euer Deniz

 

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Veröffentlicht von Paul Böhme

Co-Founder of Calisthenics-Parks and chief of editorial staff.

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1 Kommentar

  1. Genialer Artikel!

    Sag mal
    Hast du auch Barfuß-Schuhe genutzt oder bist du komplett barfüßig unterwegs gewesen ?

    Ich habe mir nach vielen Verletzungen an der Wade durch das Joggen Barfußschuhe von solerunner geholt. Dazu noch ein Balance Kissen zur Kräftigung.
    Seit dem keine Probleme mehr !!

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